Über MIRA

Die seit 2009 interdisziplinär arbeitende Gruppe erarbeitet Performances, die sich auf die Integration visueller, räumlicher und emotionaler Elemente konzentrieren. MIRA verlässt das gewöhnliche Bühnenerlebnis und entwickelt anhand des Konzeptes ein eigenes künstlerisches, äthetisches Raumerlebnis durch die Auswahl besonderer Räumlichkeiten bzw. speziell entwickelter Rauminstallationen.
Im inhaltlichen Konzept verschmelzen alle Elemente zu einem Gesamtkunstwerk: Choreografische Performance und Musik sowie die visuelle Idee in Form der Rauminstallation werden in einen engen künstlerischen Dialog gesetzt. In der projektbezogenen Zusammenarbeit mit Künstlern verschiedener Genres und den Performern gestaltet die Choreografin einen intensiven Dialog, der eine vertiefte interdisziplinäre und gemeinschaftliche Zusammenarbeit ermöglicht. So öffnet sich MIRA immer wieder aufs Neue für freischaffende Künstler aus verschiedenen Sparten – etablierte wie Nachwuchskünstler – um projektbezogen in konzentrierter Bündelung zusammen zu arbeiten.

MIRA unter der Leitung von Julia Riera wurde gegründet von der Choreografin und Tänzerin Julia Riera und der Kamerafrau und Medienkünstlerin Julia Franken (Zusammenarbeit 2009 – 2016). Festes Mitglied der Gruppe ist von Anfang an Philip Mancarella, Komponist und Programmierer (Zusammenarbeit seit 2012).

Julia Riera

Julia Riera

Julia Riera (geb. 1976) erhielt ihre Ausbildung an der Hochschule für Tanz Tilburg in den Niederlanden. 2001 absolvierte sie ein Studienjahr an der Rubin Academy of Music and Dance, Jerusalem, Israel. Während und nach ihrem Studium arbeitete sie mit Uri Ivgi, Piet Rogie, Angie Hiesl, Reut Shemesh, Barbara Fuchs, Marco Santi und der Bayrischen Staatsoper, sowie in verschiedenen Produktionen in Belgien, den Niederlanden und Dänemark.
2005 wurde sie Stipendiatin der Kunststiftung NRW und machte einen Studienaufenthalt in New York bei Trisha Brown, Merce Cuningham, Jennifer Muller und Dance Space. Eigene Choreographien erarbeitet sie seit 2004, sie wurde u.a. 2006 mit Rush für den Kölner Tanzpreis nominiert. Sie kreierte Stücke u. a. als Gastchoreografin in den Hochschulen für Tanz, Tilburg und Köln. 2009 gründete sie mit Julia Franken die Gruppe MIRA. Im Mai 2017 gewann sie mit MIRA5 den Preis „Bestes Duo“ beim Internationalen SoloDuo Festival in Köln.

Der „rote Faden“ meiner künstlerischen Arbeit ist der Bezug zwischen inneren und äußeren Räumen. Mich faszinieren die Emotionen und Geschichten unter der Oberfläche eines Menschen. Sei es eine Situation, eine Begegnung, ein kultureller Kodex oder ein Raum – sowohl das Offensichtliche als auch das Verdeckte.

Alles, was man erspüren kann und das, was der Phantasie überlassen bleibt, wecken meine Neugier und Kreativität als Choreographin. Beim Eintritt in die Atmosphäre eines besonderen Ortes – egal ob privat oder öffentlich, spüre ich die Faszination des Raumes, in dem ich mich befinde. Deswegen setze ich mich so intensiv mit dem Element Raum in meiner künstlerischen Arbeit auseinander: Mit dem physischen Raum in uns, und dem Raum, den das Auge sieht.

Mein besonderes Interesse gilt emotionalen und atmosphärischen Räumen, die sich entwickeln, wenn etwa Gefühle unter der Oberfläche brodeln oder schlummern.

Philip Mancarella

Philip Mancarella

Philip Mancarella (geb. 1983) ist Musiker und Programmierer. Er studierte von 2004–2008 an der ArtEZ Hoogeschool vor de Kunsten, Arnhem Jazz-Piano. Neben Projekten und Auftritten mit internationalen Künstlern und Bands in Europa und Russland wirkt und arbeitet er als Produzent und Musiker regelmäßig für MIRA und andere Künstler, Künstlergruppen, Theaterensembles und TänzerInnen. Er produziert elektronische Musik und komponiert für verschiedene Ensembles. Seine Forschungen und künstlerischen Arbeiten bestehen zu großen Teilen aus der Programmierung von musikalischen Regeln und der gegenseitigen Integration von Musik und digitalen Medien.

Die Arbeit mit und für MIRA ist für mich eine inspirierende, wiederkehrende Arpeitsphase geworden. Ich genieße den leidenschaftlichen Einsatz aller beteiligten und die Annahme durch das Publikum gleichermaßen. Die Gelegenheit zur Zusammenarbeit mit begabten und kreativen Choreografinnen, Tänzern und Tänzerinnen vereint an interdisziplinären Performances zu arbeiten und so Künste miteinander sprechen und wirken zu sehen, ist für mich ein sehr wichtiger Grund für die Zusammenarbeit und bestätigt sich jedes Jahr aufs neue.